Der Sommer scheint vielleicht nicht die richtige Zeit zu sein, um Schutz auszuteilen, aber das ist ein Irrtum. Sheltersuits sind zu dieser Jahreszeit zu warm, erklärt Simon, „aber Shelterbags sind perfekt. Sie sind leicht, atmungsaktiv, wasser- und winddicht und bieten vor allem ein Gefühl von Sicherheit.“
Bevor Shelterbags und Sheltersuits verteilt wurden, gab es bei De Tussenvoorziening sogar Pferdedecken, um Menschen auf der Straße warm zu halten. „Das war natürlich keine ideale Lösung“, erzählt Simon. „Die Shelterbag ist da wirklich eine große Verbesserung. Man sieht, dass sich die Menschen dadurch besser geschützt fühlen, sowohl körperlich als auch mental.“
Während unseres Besuchs sprechen wir auch mit einem Mann, der seit fünf Jahren obdachlos ist. Er erzählt von seinem Shelterbag: „Ich bin so dankbar dafür. Ich fühle mich sicherer, habe mehr Schutz und werde nachts nicht mehr von Insekten gestochen.“ Seine Worte sind eindrucksvoll und zeigen, wie wichtig ein Shelterbag für jemanden sein kann.
De Tussenvoorziening arbeitet mit einem Nummerierungssystem: Jeder Shelterbag erhält eine eindeutige Nummer. „Wenn jemand seine Tasche verliert und sie später wiedergefunden wird, können wir oft herausfinden, wem sie gehört hat und ob diese Person noch bei uns war“, erklärt Simon. Dieses System hilft nicht nur bei der Identifikation, sondern unterstützt auch die nachhaltige Wiederverwendung der Produkte.
Manchmal werden Shelterbags oder Sheltersuits von der Gemeinde, der Polizei oder der örtlichen Sicherheit zurückgebracht. Da diese Produkte nachhaltig und wertvoll sind, hat De Tussenvoorziening die Umgebung gebeten, sie zurückzubringen, wenn sie irgendwo gefunden werden. „Wir waschen die Produkte, damit sie anschließend erneut an jemanden verteilt werden können, der sie benötigt“, erklärt Simon. Dieses zirkuläre System stellt sicher, dass kein Produkt verloren geht, sondern eine längere Lebensdauer erhält.
Die Situation auf der Straße verändert sich. Immer mehr Frauen werden obdachlos, und daher ist die Unterkunft an der Stadsbrug inzwischen gemischtgeschlechtlich. Simon stellt auch fest, dass heute viele Neuankömmlinge aus Polen kommen. Menschen kommen hierher, weil ihnen ein Job versprochen wurde, doch diese Versprechen werden oft nicht eingehalten. So landen sie auf der Straße. In der Unterkunft wird darauf Rücksicht genommen: Erklärungen und Informationen hängen an den Wänden auf Niederländisch, Englisch und Polnisch.
Die Geschichten von Simon und den Bewohnern der Stadsbrug zeigen, wie groß der Bedarf nach wie vor ist. Dass Menschen auf der Straße überleben müssen – auch in den Niederlanden – ist eine Realität, die oft unsichtbar bleibt. Schutz, Würde und Menschlichkeit sind kein Luxus, sondern essenziell.
Die 80 Shelterbags in Utrecht machen jetzt den Unterschied. Aber es wird mehr gebraucht, an mehr Orten. Deine Unterstützung sorgt dafür, dass wir weiterhin liefern, helfen und schützen können.
Spende noch heute und gib Menschen ohne Zuhause eine Chance auf Schutz, Würde und Sicherheit.